Überall lockert es sich, ein Hauch Sozialleben kehrt in unser Leben zurück, und auch ich habe mich über einen persönlichen Kontakt mit einer lieben Kollegin letzte Woche gefreut. Dies und das gab’s zwischen uns zu bequatschen; viel Austausch und auch – von Seiten meiner Freundin – eine Menge Kritik. An den Chef’s dieser Agenturwelt, an der Unfähigkeit transparent und auf Augenhöhe zu kommunizieren, und menschlich-authentisch durch diese pandemische Zeit zu führen. Und erneut fielen sie mir wieder ein: Soft Skills – unterschätzte Erfolgsfaktoren.
Ihnen ist dieser Artikel gewidmet.

Soft Skills, wer seid Ihr eigentlich?

Ein paar stelle ich hier mal vor:

  • Teamfähigkeit
  • Emotionale Intelligenz
  • Empathie
  • Menschenkenntnis
  • Resilienz
  • Selbstreflexion
  • Selbstvertrauen
  • Gesprächs- und Verhandlungsführung
  • Begeisterungsfähigkeit
  • Nonverbale Kommunikation
  • Flexibilität
  • Zielorientiert
  • Diplomatie
  • Belastbarkeit
  • Loyalität
  • Zuverlässigkeit

Jetzt ist es nicht so, dass ohne Soft Skills nichts im Leben geht. Ganz und gar nicht. Aber mit ihnen und der Erkenntnis, was sie zu leisten vermögen, geht es besser. Deutlich. Ich habe ein paar Beispiele im Gepäck, die ich gerne teile. Alles völlig persönliche Erlebnisse. Falls Personen namentlich erwähnt werden sind dies real existierende Personen. Die Namennennung ist gewollt. Wir kennen uns persönlich.

Soft Skills – unterschätze Erfolgsfaktoren im Eventmanagement. Daran glaube ich ganz fest. Fachlich sind wir gut bis sehr gut in unserem Job. Unumstritten. Als Projektfrau laufe ich aber keinen Solo-Marathon. Ich bin Team-Läuferin. Ohne die anderen komme ich nämlich nicht an. Das heisst konkret: ohne Team kein Event. Hier nehme ich Euch mal mit in mein Projektleben.
Es war Anfang 2010: Ich war  – damals noch in einer Agentur angestellt – auf dem Weg nach Argentinien. Bariloche. Ein traumhaft schöner Fleck Erde. Mein Job: Betreuung des mega aufwendigen Aufbaus für eine internationale Presse-Fahrveranstaltung. Internationale Motorsportpresse. Anstrengende und anspruchsvolle Gäste, dachte ich noch auf der Anreise. In Bariloche angekommen traf ich auf das Technik- und Messebauteam rund um Martin L. & Jürgen P. Begrüßung vor Ort:

Bist Du die Agenturschickse mit dem Klemmbrett unterm Arm? Du willst uns doch jetzt hier nicht erklären, wie wir die Kabel legen sollen, oder wie?

Unser Auftakt lief also eher mäßig. Und vor uns lagen noch 6 Wochen Arbeit. 6 Wochen, die steinig und ungemütlich werden könnten. Und von den Gästen war noch nicht mal jemand angekommen. Um das Ende vorwegzunehmen: es wurde eine mega Produktion. Erfolgreich. Emotional. Und wir alle wurden zu einem unvergessenen Team.
Was hat geholfen? Empathie und Teamfähigkeit. Die Fähigkeit, die Perspektive fix zu wechseln, wenn es drauf ankommt. Was hilft wem, wo, wann und wie?  Überlegen, entscheiden & umsetzen. Diplomatie in den Momenten, in denen es sinnvoll ist, Humor, besonders wenn man selber die Zielscheibe ist. Zum Team stehen, besonders, wenn es brenzlig wird. „Ich weiß es nicht, habt Ihr eine Idee“. Versucht das mal, dieser Satz ist mitnichten Schwäche oder Unwissenheit. Der kann aus Individuen Teams bauen. Soft Skills. Das Projekt ist bis heute das Emotionales und Eindrucksvollste, das ich bisher begleitet habe. Fragt mal die Techniker.

Der andere Kontinent: Kapstadt, Südafrika. Irgendwann 2008 oder 2009. Ich kam gerade aus Johannesburg und war vor meiner Incentive Gruppe her geflogen, um für die Ankunft und das Programm alles vorzubereiten. ’12 missed calles‘ beim Einschalten meines Telefons verhießen überhaupt nichts Gutes. Alle 53 Personen den Flug verpasst. Road Block in der City. Mist. Über den Tag verteilt kamen immer mal ein paar Gäste auf diversen Fliegern an. Das Gepäck nicht immer. Das kam auch ab und zu. Meistens ohne deren Besitzer und auf mir nicht bekannten Flügen. Der Tag war nur mäßig. Aber ich hatte bis zum Nachmittag den Schlüssel für den Gepäckraum auf dem Domestic Airport Cape Town und der Security Chef war mein neuer bester Freund. Wie das geht? Die Frage könnt ihr Euch direkt selber beantworten 😎

Willem, I got this bit of a challence down here at Sossusvlei

Damit fängt eine weitere, durchaus emotionale Geschichte an, die sich ebenfalls auf der anderen Seite der Erde zugetragen hat. Schreibt mir gerne, ich erzähle dann den restlichen Teil. Aber auch diese Story reiht sich wunderbar unter diesen Beitragstitel ein.

Mülheim, Sommer 2019. Eine Roadshow zum 150-jährigen Bestehen vom TÜV NORD. Kleines Basisteam; Technik, Kunde & ich. Neben Grundriss, Lage der Stromanschlüsse und Hinweis auf den Parkplatz einfach auch ausreichend Getränke bereitstellen und den Pizzaservice zum Mittag bestellen.
Das ist doch selbstverständlich? Stimmt, das sollte es in der Tat sein.
Eins noch abschließend. Großer Soft Skill Alarm. Am Ende der Roadshow nahmen mich meine zwei Ansprechpartner von Kundenseite mit ins Büro. ‚Kristin, komm bitte mit, wir müssen was bereden‘, lies mich recht wachsam und skeptisch mit hinterher kommen.
Die Blume, die mir dann zusammen mit herzlichen Umarmungen und tollen Worte des Dankes überreicht wurde, hätte ich im Leben nicht erwartet. Danke, Herbert & Carolin. Ihr könnt Feedback und habt verstanden, welcher Impact daraus entsteht. Echte Größe ist es, Soft Skills zu leben.

Soft Skills für eine emotionale (Mitarbeiter-)Führung. Ich komme noch mal zurück zu meinem Mittagsmeeting von letzter Woche. Der Chef hat es offensichtlich nicht verstanden. Besondere Zeiten erfordern besondere Führung. Im Ungewissen gelassen zu werden ist grundsätzlich ein Zug, der beim Mitarbeiter und Menschen immer einen faden Beigeschmack hinterlässt. Abhängig von der persönlichen Konstitution schlägt man sich mit Verunsicherung, schlechten Selbstwertgefühl oder gar Selbstzweifeln herum. Alles wenig hilfreich für eine produktive Arbeit und einen gesunden Umgang mit den Kollegen. In herausfordernden Zeiten (Corona ist nur ein Beispiel dafür) die Nicht-Kommunizieren-Philosophie anwenden ist ein Weg. Und die Regeln einer transparenten Unternehmensführung mit Füßen treten, Stil. Beides mies. Beides sind aber aktive Entscheidungen. Ändert die. Bitte.

Mein Appell an alle Führungspersonen: macht Euch die Wirkung & Kraft dieser soften Fähigkeiten bewusst. Und ändert Euer Mindset hin zu einer emotionalen und Soft Skill prägenden Führung. Egal ob Mitarbeiter, Teams, Dienstleister. Am Ende arbeiten wir mit Menschen zusammen. Alle individuell und alle weit mehr als nur Arbeiter oder Zulieferer. Schafft Struktur, einen klaren Plan, bekommt das Budget in den Griff aber vergesst nicht aus den einzelnen Jungs und Mädels Euer Team zu bauen. Habt die Größe, die kleinen Skills zu leben. Wir in der Eventwelt sprechen immer davon, „Emotionen“ und „Erlebnisse“ zu kreieren. Ich bin dafür, direkt damit im Team zu starten. Der Impact auf das Projekt kann enorm werden.

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