Samstag, 23. Mai, 2020, kurz vor neun Uhr morgens. Gleich geht’s los, ein abgefahrenes Projekt. Organisiert als Hybrid-Event. Gibt es viele dieser Tage. Aber hier hat jemand groß gedacht. Richtig groß. „We will thrive: 24h Inspirational Marathon. From Lockdown to Breakthrough in 24 hours“ Katja Porsch zusammen mit Peter Brandl waren die kreativen Ideengeber. Livestream aus Berlin und Hollywood. Mit mehr als 60 Speakern, die einen bunten, internationalen Mix repräsentierten, ein Maximum an Inspiration versprachen und die alle Ihre Gage spendeten. Zwei Kinderhilfswerke dürfen profitieren; Kinderlachen in Europa und No Kid Hungry in der USA. Zusätzlich auch noch im Programm: Sport und Kochen. Simultanübersetzung. Die Latte lag also hoch, richtig hoch.
08:57 Uhr, Kaffee, Laptop und los geht’s. Ich war besonders auf das Intro gespannt, die ersten Minuten sind oft entscheidend. Entsprechend hoch meine Erwartung.

Zugangslink und Start. Auf meinem Monitor erschien die Berliner Wohnung von Peter & Katja; das 24h Studio in Berlin. Cooles Set Up. Sehr nahbar, privater Rahmen. Schön. Am E-Piano Tom Friedländer, begleitet von Julius Treike. Die Beatbox Szene kennt ihn unter „Chezame“. Zwei begnadete Musiker. Und charismatische Typen. Von rechts kommen sie ins Bild: Peter Brendl und Ralf Schmitt. Die 3. im Bunde, Katja Porsch, schaltet sich aus dem Hollywood Hils Haus, Zeitzonen bedingt, später dazu. Ralfs Impulspiloten das projektleitende Team. Backstage stand-by und für die Orga verantwortlich. Ralf selber übernimmt zudem die ersten 12 Stunden Non-Stop-Moderation. Krass, denke ich, das ist echt ein Marathon. Aber wer, außer Ralf, könnte den Job sonst machen.
Los geht’s, Moderation ab … und Stream OFF. WHATT?? Das Bild. Einfach eingefroren. Vimeo stoppt und bockt. Ich schalte den Laptop aus. Und wieder an. Kurzer Internet check. Läuft eigentlich alles. Am Bildschirm passiert nix. Die Technik spielt nicht mit. Was ein ungünstiger Start in den 24 Stunden Stream.

Es blieb technisch herausfordernd. Vimeo, Sound, Stream &  Team fanden nicht reibungslos zueinander. Umso mehr überzeugten die Sprecher, die den Inspirational Marathon zu dem machten, das der Titel versprach. Zu einem Motivations-Talk, ohne Landesgrenzen, Zeitzonen und sonstige Schranken. Hybrid-Event sei Dank. Gerade spricht Uwe Steinweh. Ich schalte ein, als er über ‚ASE‘ spricht. „Aktiv, strategisch, emphatisch“. Das trifft doch auch voll den Geist dieser Veranstaltung, denke ich, während ich weiter zuhöre und mehr zum Thema Wertschätzung, echtem Interesse, Mitgefühl und Einfühlungsvermögen erfahre.

Etwas später auf meinem Bildschirm, Mylgia van Uytrecht. Was für eine großartige Frau. Spritzig, energetisch, mitreißend. Für sie ist der Begriff Powerfrau erfunden worden. Ein Hoch auf die dramaturgische Planung. Ein toller Speaker- und Themen-Mix.
Zwischendurch immer mal wieder technische Herausforderungen. Ralfs Kommentar dazu im Chat „Echo und Tonausfall sind unsere Hauptsponsoren“ habe ich grinsend gelesen. Ich fand’s witzig, ich hoffe, viele andere ebenfalls.
Das Trio Ralf, Julius & Tom auf der Berlin Stage, waren ein echter gute-Laune-Garant für Ungeplantes. Julius beatboxte los, Tom, ein wirklich virtuoser Pianist, spielte Wunschsongs, die wir Virtuellen ihm via Chat ‚zuriefen‘. Ralf moderierte souverän zwischen dem realen Berliner Set Up und der virtuellen Welt. Ich war mit dabei, physisch vor meinem Laptop, aber doch auch vor Ort. Tom griff in die Tasten und spielte „Reeperbahn“, mein Wunschsong. Hatte ich mir gerade per Chat gewünscht.

Hybrid-Kochen am Abend. Ralf  & Vaya Wieser Weber in der Showküche. Ich bin begeistert von Ralfs Fähigkeit, Wasser problemlos zum Kochen zu bringen. Aber mit Vaya hatte er eine erfahrene Köchin an seiner Seite. Eine charmante Idee, wie ich fand, und ein tolles Experiment dem Hybrid-Event eine emotional-interaktive Ebenen zu geben. Das Rezept für das Dinner gab es am Vortag per Mail. Ich kann also direkt mitkochen. Die besten Parties haben schon immer in der Küche stattgefunden. Weißwein gab es in Berlin und auch bei mir zu Hause. Ich prostete Vaya und Ralf virtuell via Chat zu. Und schenkte direkt nach, als mein Name in der Berliner Küche genannt wurde. Es ist anders, aber es macht Spaß. Wir müssen es nur machen.

Abends dann eine Schalte nach Hollywood zu Katja Porsch. Ich reiste virtuell zwischen Berlin und L.A. hin- und her. Technik sei Dank ohne Jetlag. Katjas Vortrag war ein Feuerwerk an Motivation, Energie, Ehrlichkeit und Offenheit. Toll. Was für eine inspirierende Frau.
„Wir können die Umstände nicht ändern, aber wir können ändern, was wir aus den Umständen machen“. Da war es, wir müssen einfach machen.
„Auch wenn Du das Ziel noch nicht kennt, lauf los. Beweg Dich, alles andere kommt auf dem Weg.“ Und irgendwas hat sie mit mir gemacht. Mir den Schalter gezeigt, den ich umlegen muss. Ich muss es nur machen.

Heute Morgen dann kurz nach dem Aufwachen. Es ist 08:57 Uhr, die Kaffeetasse in meiner Hand.
Der 24h Inspirational Marathon ist durchaus noch sehr präsent. Obwohl ich physisch meine Wohnung überhaupt nicht verlassen habe. Chapeau. Großartiges Ergebnis. Ich ziehe, beim aus-dem-Fenster-gucken, mein Fazit zur gestrigen Veranstaltung.

  • Hybrid-Events schaffen den Gab zwischen realer und Online Welt
  • Technik muss getestet werden. Und noch mal getestet werden.
  • Generalproben für Speaker sind ein absolutes Muss.
  • Interaktionen mit dem virtuellen Teilnehmer funktionieren. Unbedingt nutzen. Kreativität hilft.
  • Charismatische Mensch sind das A & O
  • wichtig ist eine überlegte, dramaturgische Planung
  • Musik muss sein
  • Erlebnisse werden vermittelt. Sie müssen nur etwas anders geplant werden
  • Briefing der Teilnehmer. Unerlässlich
  • Einfach mal machen. Gerne hier anfragen.
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