Heute ist der 21. Mai, Corona-Himmelfahrt. Ich gucke aus meinem Fenster. Ich wohne quasi ĂŒber den DĂ€chern der Stadt. Toll, trotz der Treppensteigerei. 5. Etage, kein Fahrstuhl. Viel Stufe und fĂŒr Viele ein Grund nicht einzuziehen. FĂŒr mich nicht; ich habe mir einen Wassersprudler gekauft, den Wasserkisten adĂ© gesagt und bin voller Überzeugung ins Dach gezogen.

Warum das wichtig ist?
Weil ich heute morgen, beim aus-dem-Fenster-gucken, darĂŒber nachgedacht habe, was mir eigentlich wichtig ist. WertschĂ€tzung. Das war der Gedanke, den mein Kopf produziert hat. Beim Blick aus dem Fenster und der Kaffeetasse in der Hand. Ich schĂ€tze diesen Blick und ich weiß wie wertvoll es ist, sich in seinem Zuhause wohl zu fĂŒhlen.
In diesem Artikel schreibe ich ĂŒber WertschĂ€tzung und ĂŒber mich als Eventmanagerin. Und wie beides zusammen gehört.

Ich bin Eventmanagerin. Ich durfte im In- und Ausland arbeiten. Von Finnland bis Kapstadt habe ich Projekte geplant, organisiert und betreut. Immer im Sinne der Agentur, fĂŒr die ich gearbeitet habe, und hoffentlich auch immer im Sinne der Kunden. Ich habe mit unfassbar vielen, verschiedenen Menschen gearbeitet. Oft mega erfolgreich. Manchmal aber auch nur mĂ€ĂŸig; in der Retrospektive „stank der Fisch oft vom Kopf“.
Seit 400 Tagen arbeite ich selbststĂ€ndig. Ich bin selber dafĂŒr verantwortlich was ich mache; das ist Fluch wie Segen. Aber jetzt habe ich die Chance, meine Projekte mit meiner ganz persönlichen Handschrift zu schreiben.
WertschĂ€tzung; dieses Attribut steht definitiv an oberer Position meiner „wie fĂŒhre ich mein Team“ Agenda. Weil ich weiß, dass sich hier die Spreu vom Weizen trennt. Professionell sind wir alle, aber was bewirkt, dass wir alle „the extra mile“ gehen? Und die gehen wir Projektleute ja des Öfteren. Das kann Spaß machen und es hilft, wenn alle motiviert mitkommen. Weiß ich aus eigener Erfahrung.
WertschĂ€tzung. Zwei Sachen braucht es dafĂŒr: das Wissen, dass dieser Soft Skill echte Power hat, und die eigene GrĂ¶ĂŸe es zu leben.
Das Wissen ist noch immer nicht bei allen angekommen.

Ich nehme Sie mit auf einen Gedankenexkurs: Seit meiner Entscheidung, den Schritt in die SelbststÀndigkeit zu machen, stehe ich vor einer völlig neuen Herausforderung. Meine Positionierung. Mein Personal Brand. Mein USP. Was oder wer ist das?
Ich bin losgelaufen und suche jetzt nach meiner persönlichen Definition dieser immens wichtigen, immateriellen Werten. Ganz klar sind sie vielleicht noch nicht, aber neulich habe ich was sehr Wichtiges gelernt: „Ihr bedeutendster USP sind Sie selber“. Was eine Wahnsinns Erkenntnis. Das heißt, alles ist schon da, ich muss es nur noch erkennen und benennen.

WertschĂ€tzung. DAS ist mir wichtig und DAS macht mich aus. DAS ist es, was ich meinen Kollegen, Dienstleistern, Kunden und allen, die mit mir arbeiten, entgegen bringen möchte. Weil ich ĂŒberzeugt bin, dass dieser Soft Skill enorme Power hat. Wie ĂŒbrigens auch alle anderen Kollegen aus der Soft Skill Kiste. ‚WertschĂ€tzung‘ gehört definitiv zu meinem Personal Brand „Kristin Westphal“.

Jetzt habe ich meinen ehemaligen Chef im Ohr:

Kristin, Du musst wirtschaftlich denken, das Geld kommt nicht aus der Wand.

Ja, weiß ich. Merke ich gerade ganz hart am eigenen Leib. Geld kommt wirklich nicht aus der Wand.
Und Corona ist echt ein Arschloch. Aber vielleicht bekommt sogar dieses Virus meine WertschĂ€tzung. HĂ€tte ich sonst, an diesem Corona-Himmelfahrtstag, im BĂŒro gesessen und darĂŒber geschrieben, was mir wichtig ist?
Vielleicht, aber wahrscheinlich nicht.

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