Es war im November 2019 an der Ostsee, als ich entschieden habe, dass ich ein 2. berufliches Standbein brauche. Eins, das planbarer ist, verlässlicher und linearer als mein Hauptjob. Ich bin selbstständige Eventmanagerin und arbeite von Projekt zu Projekt. Es hat mich einiges an kreativer Gedankenleistung gekostet  aber irgendwann hatte ich herausgefunden: ich kann Kommunikation. Und ich mag Menschen. Und erzähle gerne. Auch über meinen Job. Die Idee, als Referentin für angehende Eventmanager zu arbeiten, war geboren. Im Januar 2020 saß ich in einem kleinen Büro in der Fakultät III – Design & Medien – der Hochschule Hannover und unterhielt mich mit dem Dekanat über unsere Möglichkeiten. Mit einem ersten Lehrauftrag für das Sommersemester 2020 ging ich nach Hause.

Meine größte Herausforderung: wie fülle ich sinnvoll 4 Stunden mit Inhalt?
An vier Freitagen durfte ich das 6. Fachsemester Veranstaltungsmanagement zum Thema ‚Akquise‘ unterrichten. Unser Block lag von 8 – 12 Uhr, was die Frage „wie fülle ich die Zeit interessant, motivierend und lehrreich“ noch mehr in den Fokus rückte. Didaktisch und pädagogisch nicht ausgebildet, holte ich mir ein Fachbuch zu genau diesen Themen und ging optimistisch an die Vorbereitung. Freitag der 13. März kam und mit ihm mein erstes Präsenzseminar. Auch für mich ein früher Start in den Tag; Kaffee, gesundes Frühstück und los ging es zur FH. Den Seminarraum kannte ich, mein Technikcheck in der vergangenen Woche verlief hier nicht so erfolgreich. Aber alle notwendigen Adapter und Stecker hatte ich heute mit dabei. Fakultät III, 2. Etage. Da war sie, die Seminartür. Leider verschlossen. Es hat mich viel Überredungskunst gekostet, die Putzfrau davon zu überzeugen, dass ich wirklich in diesem Raum unterrichten will und sie auch nicht ihren Job verliert, wenn sie mir die Tür aufschließt.

Mein Inhaltskonzept für den ersten der vier Blöcke: Einstellung – Mindset – USP. Meine Einstellung war hochmotiviert, bei meinen Studierenden war ich an diesem Freitagmorgen nicht sicher. Ich hab es auf die frühe Zeit geschoben. Und Corona. Und tatsächlich: um 11:17 Uhr kam die alles ändernde Mail der Fachhochschule. Präsenzlehre für den Rest des Sommersemesters ausgesetzt. Ich war mir nicht sicher, ob ich das als Omen für meine weitere Lehrtätigkeit sehen sollte. Mein Ursprungsplan war ja, meine Existenz planbarer zu machen. Das war jetzt erst mal wieder schwierig. Aber die FH war super, setzte auf Online-Unterricht, ich kaufte mir den Business Zugang für Zoom und ab Mai waren wir wieder „on track“ und virtuell am Akquise-Start. Mein Didaktikbuch verschwand im Regal. Es bezog sich nur auf Präsenzlehre.

Virtuell führte ich mein Semester durch die verschiedenen Akquisemethoden. Fürs bessere Verständnis, und um meine 4 Stunden nicht nur mit trockenem Theoriewissen zu füllen, habe ich entschieden, alles Vorgestellte mit Praxisbeispielen zu belegen. Ich sammelte fortan Beiträge aus Fachmagazinen, meldete mich bei diversen E-Mail-Marketingaktionen an und startete eine Digitalumfrage zu Akquisemethoden bei befreundeten Geschäftsleuten. Sogar meine Freundin aus Südafrika machte mit. Digital sei dank hat das auch grenzübergreifend im strengsten Corona Lockdown hervorragend funktioniert.
Im Verlauf ein Gastinterview mit Thomas M. Ruthemann. Ein „alter Hase“ der Geschäftswelt, jemand, der Kundenakquise im Wandel der Zeiten mitgestaltet hat und gerne Antworten und tiefe Einblicke zum Thema ‚Netzwerken‘ gegeben hat.
Habe ich mein Semester jetzt zwar nur noch durch die kleinen Icons auf meinem Bildschirm gesehen, entwickelten wir doch eine ganz coole Form der Kommunikation.

Akquise ist etwas Praktisches. Jeder Anwender muss verstehen wie es wo und für wen funktioniert.
2 Projektaufgaben hatte ich für unseren letzten Termin entwickelt. Jetzt war das Semester dran: unter Berücksichtigung aller von mir vermittelten Methoden und dem Versuch, ein Gesamtverständnis für diesen Ansatz zu entwickeln, galt es ein Akquisekonzept zu entwickeln. „Habt immer die Zielgruppe vor Augen, sonst sind die Streuverluste irre groß und das mit dem Neukunden und mehr Umsatz klappt nicht“, erzählte ich noch meinem Laptop-Bildschirm. Da waren aber alle bereits in den Zoom Break Out Rooms zur Gruppenarbeit verschwunden. Eine spitzen Funktion. Funktioniert hervorragend. Auch die Gruppenergebnisse waren das. Hervorragend. Kreativ und ganzheitlich gab es zwei tolle Ergebnispräsentationen für meine Musteraufgaben. Toll.

Ich bedanke mich für ein spannendes Sommersemester und wünsche meinem 6. Semester alles Gute für die Zukunft.

Für mich selber ziehe ich folgendes Fazit: einfach mal aufs Bauchgefühl hören. Die besten Gedanken kommen am Strand und man braucht nicht immer Bücher zum Lernen. Einfach. Mal. Machen. Das hilft auch. Ich mache sehr gerne weiter.

Frau Westphal vermittelt ihr Fachwissen praxisnah, authentisch und mit vielen eigenen Erfahrungen. Ihr Seminar konnte mir viele hilfreiche Tipps mit auf den Weg geben!
Leonie Patte, Hochschule Hannover, 6. Semester Veranstaltungsmanagement
Frau Westphal beeindruckte von Anfang an mit ihrer stetigen guten Laune und einem nie fehlenden Optimismus. Sie war super motiviert, freute sich auf die Seminare mit uns und darüber, uns ihren Bereuf und das Fachgebiet ‚Akquise‘ näher zu bringen. Mich überzeugte sie vor allem mit ihrer Offen-Herzigkeit und ihren innovativen Ansätzen. Sie begeistert mit ihrer eigenen Begeisterung für ihren Beruf und zeigte uns damit, dass Arbeit auch Spaß machen kann und wie viel Potenzial in der Eventbranche steckt.“
Natalie Saigge, Hochschule Hannover, 6. Semester Veranstaltungsmanagement
Es hat wirklich Spaß gemacht!
N.N. , Hochschule Hannover, 6. Semester Veranstaltungsmanagement
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